
Am 18. November 2025 wurde im Ernst-Happel-Stadion in Wien ein Kapitel österreichischer Fußballgeschichte neu geschrieben. In einem nervenaufreibenden, lange Zeit verkrampften WM-Qualifikationsspiel erkämpfte sich das österreichische Nationalteam gegen Bosnien-Herzegowina ein 1:1-Unentschieden – ein Punkt, der genügte, um das Ticket zur FIFA Weltmeisterschaft 2026 zu lösen. Es ist die erste WM-Teilnahme Österreichs seit 1998.
Die Ausgangslage war klar – und druckvoll: Ein Remis würde reichen, eine Niederlage hätte den Umweg über die Play-offs bedeutet. Vor ausverkauftem Haus war von Beginn an spürbar, was auf dem Spiel stand. Österreich übernahm früh die Initiative, dominierte Ballbesitz und Spieltempo, tat sich jedoch schwer, gegen die tief stehenden Gäste klare Chancen herauszuspielen.
Bosnien präsentierte sich effizient. In der 12. Minute nutzte Haris Tabaković eine Standardsituation zur Führung – ein früher Wirkungstreffer, der die ohnehin vorhandene Nervosität im österreichischen Spiel noch verstärkte. Trotz klarer spielerischer Vorteile fehlte es dem ÖFB-Team in der Folge an Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Die Hausherren erhöhten gegen Ende der ersten Halbzeit den Druck. Abschlüsse von Seiwald und Sabitzer brachten Gefahr, der Ausgleich lag in der Luft. Als Konrad Laimer schließlich traf, explodierte das Stadion – doch der Jubel währte nur kurz. Nach VAR-Überprüfung wurde der Treffer wegen eines vorangegangenen Fouls aberkannt. Österreich ging mit einem bitteren Rückstand in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild – zumindest in der Haltung. Österreich kam mit Entschlossenheit zurück, schnürte Bosnien über weite Strecken in der eigenen Hälfte ein und drängte auf den Ausgleich. Die Gäste kamen kaum noch zu Entlastung, verteidigten jedoch weiterhin kompakt und diszipliniert.
Teamchef Ralf Rangnick reagierte, brachte frische Kräfte – und bewies ein glückliches Händchen. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Druck erdrückend, das Happel-Oval spürbar unruhiger. Dann, in der 77. Minute, fiel der Moment, auf den ganz Fußball-Österreich gehofft hatte: Nach einer Flanke von Sabitzer und einer unübersichtlichen Szene im Strafraum war es Michael Gregoritsch, der goldrichtig stand und den Ball aus kurzer Distanz kompromisslos im Netz unterbrachte.
Der Ausgleich war mehr als ein Tor – er war Erlösung. Die letzten Minuten gehörten dem Willen, der Konzentration und der kollektiven Entschlossenheit. Bosnien fand kein Mittel mehr, Österreich brachte den entscheidenden Punkt kontrolliert über die Zeit. Kurz vor Schluss bot sich Gregoritsch sogar noch die Chance auf den Siegtreffer, doch auch ohne diesen war klar: Das große Ziel war erreicht.
Mit diesem Remis beendet Österreich eine 28-jährige WM-Durststrecke. Ein Abend, der weniger durch spielerischen Glanz als durch Mentalität, Geduld und Zusammenhalt geprägt war – und gerade deshalb in Erinnerung bleiben wird. Der Blick richtet sich nun auf Dezember, wenn die Gruppenauslosung für die WM 2026 erfolgt. Doch an diesem Abend war all das nebensächlich.
Österreich ist zurück auf der größten Bühne des Weltfußballs.
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